Optionen während der Baumaßnahmen

Verkehr
Szenarien 2035

Nach Schließung des Papierfabrik im Jahr 2009 wurde das Gelände von September 2019 bis Oktober 2021 saniert und für die Bebauung vorbereitet [Abbruch der MD-Papierfabrik (Karl-Gruppe)].

Zur Erschließung des Gebietes ist es nach Ansicht der Stadt und der Bahn wünschenswert, den Bahnübergang an der Freisinger Straße zu beseitigen. Als Ersatz für den Bahnübergang wird von der DB u.a. ein Straßentunnel unter der Bahn oder der Bau einer Eisenbahnbrücke vorgeschlagen [Bahnübergang Freisinger Straße 2025]. Um eine so große Baustelle zu ermöglichen, ist eine Totalsperrung der Staatsstraße für voraussichtlich 5 Jahre Bauzeit notwendig.

Option A: Straßentunnel und Behelfsumfahrung Freisinger Straße

Neben der eigentlichen Tunnelbaustelle ist eine Behelfsumfahrung entlang der Freisinger Straße nötig. Der Bau eines Tunnels und die Behelfsumfahrung (mit Behelfsbahnübergang) würde nach Meinung der städtischen Planungsbehörden und nach unserer Meinung die beste Option darstellen.

Die Kosten für die eigentliche Beseitigung des Bahnübergangs (Bau eines Tunnel der Freisinger Straße) wird die Bahn als kreuzungsbedingte Kosten übernehmen, ebenso eine neue Unterführung für Radfahrer und Fußgänger am bzw. zum Bahnhof Dachau-Stadt, die als Ersatz für den stillzulegenden Bahnübergang an der Etzenhausener Straße gedacht ist.

Allerdings ist die gesamte Kostenübernahme für eine Behelfsumfahrung noch ungeklärt. Ob eine Umfahrung für Verkehr, ÖPNV, Rettungsdienste, usw. überhaupt notwendig ist, entscheiden aufgrund der Zuständigkeiten der Freistaat, die Deutsche Bahn und evtl. der Bund. Die Zuständigkeiten sind wie folgt verteilt:

  • Das benötigte Gelände für eine Behelfsumfahrung gehört der VONOVIA / Projektentwickler: BUWOG.
  • Die Freisinger Straße ist Staatsstraße. Nach bayrischen Recht (Art.42,Abs.1,BayStrWG) ist die Stadt Dachau Straßenbaulasträger.
  • Die Deutsche Bahn ist für den Bahnübergang verantwortlich.

Sollte die Notwendigkeit und die Kostenübernahme für eine Behelfsumfahrung vom Staat und/oder der Bahn abgelehnt werden, müßte die Stadt diese selber bauen und bezahlen, wenn sie die Umgehung dennoch möchte.

Wir meinen:

  • Einen Behelfsbahnübergang erachtet die Bahn bisher nicht als notwendig. Ist der überhaupt nötig? Muß die Bahnstrecke für die Zeit des Tunnelbaus nicht ebenfalls gesperrt werden?
  • Eine Behelfsumfahrung könnte auch im Hinblick auf den Anschluss der geplanten Bahnrandstraße an die Freisinger Straße konzipiert werden.

Option B: Umleitungsverker und Tieferlegung der Bahnunterführung Ostenstraße

Die Bahn möchte die Mehrkosten für eine Umfahrung und/oder einen Behelfsbahnübergang anscheinend nicht übernehmen. Stattdessen soll der Umleitungsverkehr während der Bauzeit nach Ansicht der Bahn in die Ostenstraße geleitet werden.
Dies steht im klaren Gegensatz zur Argumentation der Stadt, die - und wir auch! - eine Behelfsumfahrung bevorzugt.

Um den zusätzlichen Verkehr in der Ostenstraße und die Durchfahrt auch großer Fahrzeuge zu bewältigen, wird eine Tieferlegung der Unterführung an der Ostenstraße von der Deutschen Bahn ins Spiel gebracht.
Für die Tieferlegung wird man die Ostenstraße für geschätzte 3-4 Jahre sperren. Die Unterführung wird in dieser Zeit etwa 350 cm Durchfahrtshöhe umgebaut (d.h. ausgebaggert). Anschließend soll der gesamten Umleitungsverkehr der Freisinger Straße für geschätzte 5 Jahre durchgeleitet werden.
Das Ausmaß einer Tieferlegung mit den zugehörigen Rampen wäre in etwa vergleichbar mit der Bahnüberführung an der Schleißheimer Straße.

Folgen einer Tieferlegung und weiterer Massnahmen zu Bewältigung des Umleitungsverkehrs:

  • Neben dem PKW-Verkehr würden große Fahrzeuge durch die Ostenstraße fahren. Dafür wird die volle Breite der Straße benötigt, sodass die Anlieger beidseitig auf Parkplätze verzichten müssten.
  • Die Rechts-vor Links-Regelung , die zu den von der Stadt gewollten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung gehört, müsste aufgehoben werden.
  • Die Einmündung der Ostenstraße in die Erich-Ollenhauer-Straße müsste zur Verkehrsregelung eine Ampelanlage erhalten, was dann wohl "Schleichverkehr" in der Nordenstraße zur Folge hätte.

Diese Folgen stehen aber auch im Raum, wenn es nicht zu einer Tieferlegung kommen sollte. Eine Tieferlegung würde zudem nie zurückgebaut werden (aus Kostengründen?) und auch in Zukunft weiterhin vor allem LKW-Verkehr anziehen.

Der Oberbürgermeister meint dazu:

(in der Infoveranstaltung am 1.3.2026 in der Amperlust)

  • Der Planungsstand ist aus dem Diagramm zu ersehen. Aus technischen Gründen (Mühlbach) muss die Bahn mit Brücke über dem Gewässer und Straßentunnel unter dem Gewässer geführt werden. Auch ein geplanter Buswendeplatz am Dachauer Stadtbahnhof muss berücksichtigt werden.
  • Wir sind auf Ihrer Seite und wollen keine Tieferlegung. Es wurde keine Tieferlegung beschlossen.
  • Die Bahn sagt, dass ein Behehlsbahnübergang zu teuer ist und die Umleitung durch die Ostenstraße (nach einer Tieferlegung der Unterführung) günstiger eingeschätzt und geprüft wird.
  • Die Kostenberechnung der Bahn wird durch die Stadt sorgfältig überprüft. Bahn gibt keine Auskunft über derzeitigen Stand der Planung.
  • Eine Ampelanlage an der Einmündung in die Erich-Ollenhauer-Straße soll die Durchfahrt durch die Ostenstraße unattraktiv machen.
  • Es entstehen keine Probleme für Bus, Feuerwehrfahrzeuge, die Durchfahrt ist für Rettungswagen nicht möglich.
  • Keinesfalls gewollt sind LKW in der Ostenstraße.

Wir meinen:

  • In der finalen Kostenkalkulation müssen auch die Rückbaukosten der Tieferlegung einbezogen werden.
  • Das Ostenstraßenviertel wurde als Wohngebiet mit durchgehender 30er-Zone eingestuft und soll es auch bleiben. Dies hat die Stadt auch in zahlreichen Aussagen und Planungen unterstützt.
  • Bei dem angestrebten Ziel, die Durchfahrt durch die Ostenstraße eigentlich unattraktiv zu gestalten, widersprechen sich die Einrichtung einer Ampelanlage an der Erich-Ollenhauer-Straße und die gleichzeitige Aufhebung der Rechts-vor-Links-Regelung mit einem beidseitigen Parkverbot zu erwägen.
  • Ein Parkverbot hätte gravierende Folgen für Pflegedienste, Gewerbe und Gastronomie.
  • Die Bahnunterführung ist mit 270 cm Durchfahrtshöhe ausreichend für PKW und kleine Transporter, aber zu niedrig für große Fahrzeuge, deren Durchfahrt in ein Wohngebiet durch eben diese flache Unterführung verhindert werden sollte.
  • Die Ostenstraße ist Schulweg für 3 Schulen (Effner, Thoma-, Kloster-Schule) und KITAs. Das muss bei den Planungen berücksichtigt werden.
  • Radfahrer haben es schon beim jetzigen Verkehr schwer und weichen auf den Gehweg aus.
  • Die den Verkehrsfluß limitierenden Stellen sind die Einmündung und der weitere Verlauf in der Erich-Ollenhauser-Straße und die Kreuzung mit der Ludwig-Thoma-Straße.

Es ist klar, dass auch die Ostenstraße ihren Teil zur Bewältigung der Bauphase leisten wird. Aber nicht darüber hinaus, d.h. keine Tieferlegung!.


Vergleich Moosach

Die technische Umsetzung der Tieferlegung scheint nach Ansicht der Stadt schwierig, wenn nicht unmöglich zu sein (Grundwasserstand). Eine Schätzung der Kosten für die Tieferlegung und deren Übernahme ist bisher nicht bekannt.

Beispielsweise schätzte man die Kosten für die Tieferlegung der Dachauer Straße in Moosach nach dem Unfall und dem Wassereintritt zu Baubeginn auf ca. 30,62 Mio €. Für die Brücke, die Tieferlegung und Wasserführung usw. zahlen: die DB Netz AG 11 Mio €, die Stadt München 18,5 Mio €, der Freistaat 3,12 Mio € [Förderung Dachauer Straße Moosach (Staatsministerium)].


Option C: Eisenbahnbrücke über die Freisinger Straße

Diese Option wurde bisher anscheinend noch nicht detailliert diskutiert. Die Bahnebene müsste hierzu auf einer längeren Strecke bis zum Bahnhof Dachau Stadt etwa auf die Höhe der Nürnberger Bahnlinie wieder angehoben werden. Die Brücke scheidet wahrscheinlich aus, da in diesem Fall auch der Bahnhof Dachau-Stadt erneuert werden müsste.

Option D: Bahnrandstraße

Eine an die Freisinger Straße angeschlossene Bahnrandstraße wird die Konrad-Adenauer-Straße und die Ludwig-Thoma-Straße im Endzustand nach den Baumaßnahmen entlasten und die Anbindung des neuen Viertels an die Altstadt und die Verkehrsableitung aus dem neuen Vierteln erleichtern.

Wir meinen:

Man könnte eine Bahnrandstraße bereits vor dem Beginn der Bauphase anlegen mit einem Anschluss an die Freisinger Straße bzw. provisorisch an eine Behelfsumfahrung, sodass der Verkehr statt durch die Ostenstraße "Nord" schon über die Bahnrandstraße geleitet werden könnte.

Alternativ wären auch Umleitungsszenarien möglich unter Einbeziehung anderer Straßen zwischen Erich-Ollenhauer-Straße und Schleißheimer Straße und/oder einer Einbahnregelung für die Ostenstraßen-Unterführung.